Schildkröten-Winterstarre in einer Überwinterungsgrube

Jeder Halter einer Europäischen Landschildkröte weiß: Die Winterstarre, auch Hibernation genannt, ist für diese Schildkröten Pflicht. Eine naturnahe oder sogar die natürlichste Art der Überwinterung für Landschildkröten in Deutschland, Österreich & Schweiz, ist in einer Überwinterungsgrube.

Die natürlichste Art der Überwinterung

Aus meiner Sicht gibt es zwei sichere Arten der Überwinterung:

  1. Kühlschranküberwinterung (Überwinterungsset für Schildkröten)
  2. Überwinterung in einer frostsicheren Überwinterungsgrube

Eine Überwinterungsgrube errichtet man am besten unterhalb eines Frühbeets. Die Tiere können somit selbst entscheiden, wann und für wie lange sie sich eingraben. Auch im natürlichen Habitat ist es so, dass die Schildkröten sich an warmen Tagen teilweise an die Oberfläche graben, sich sonnen und sogar fressen.

Frühbeete mit Überwinterungsgrube

  • Unterbau mit Schutz

    Bevor man das Frühbeet in den Aushub einsetzt, isoliert man mit Styrodur. Vorteil von Styrodur: Nimmt kein Wasser auf und die Oberfläche ist glatter als bei Styropor. Dadurch dämmt es besser. Am besten klebt man dieses mit Baukleber an die Außenwand des Blechs.

  • Isolierung mit Styrodur

    Bei einer guten Isolierung mit Styrodur (mind. 20 mm dick, besser 50 mm) sind 40 cm Höhe beim "Schutz vor Fressfeinden" ausreichend. In Regionen mit sehr harten Wintern wie in Bergregionen würde ich zu 80 cm Höhe raten. Ansonsten reicht der 40 cm hohe Schutz absolut aus.

  • Vierzehenschildkröte

    Für die Überwinterung einer Vierzehenschildkröte (Testudo horsfieldii) raten wir zu 80 cm Tiefe. Denn diese graben gerne tiefer und mögen das Substrat grundsätzlich etwas trockener. Für Griechische Landschildkröten sind 40 cm in aller Regel ausreichend tief.

1 von 3

Überwinterungsgrube im Frühbeet (Übersicht)

Aushub der Grube

Das Loch für die Grube muss mindestens 10 cm breiter, länger und 15 cm tiefer sein, als die "Schutz vor Fressfeinden"-Maße, damit die 5 cm Styrodur an den Seiten noch Platz haben und man die Drainage einbringen kann. Hier sieht man, wie der Schutz vor Fressfeinden aussieht, nachdem er außen mit Styrodur verkleidet wurde.

Die Drainage

Als Erstes, noch unter dem Gitter des "Schutz vor Fressfeinden" wurde eine Schicht Kies eingebracht, die als Drainage dient. Es empfiehlt sich, eine mind. 10-15 cm dicke Schicht Kies oder Schotter einzubringen, um eine Drainage zu haben, damit Wasser ablaufen kann und sich dort nicht staut.

Lockere Schildkrötenerde

Wurde der Schutz vor Fressfeinden über der Drainage eingesetzt, wird das Innere anschließend bis zum Rand des Unterbaus mit lockerer Erde gefüllt. Damit ist die Grube vorbereitet für die Überwinterung von Schildkröten und das Frühbeet und die Technik kann angebracht werden.

Woran man noch denken sollte

Wenn sich die Schildkröten im Freigehege langsam auf die Winterstarre vorbereiten und sich im Frühbeet in das Schildkröten-Substrat eingegraben haben, kannst du eine gute Schicht Buchenlaub oder Sphagnum-Moos ins Frühbeet füllen. Sowohl Buchenlaub, als auch Sphagnum Moos speichern Feuchtigkeit sehr gut ohne zu schimmeln und haben eine gute Wärmeisolierung. Über dem Laub/Moos kann man ein Gitter oder ähnliches anbringen, auf dem die Heizmatte platziert wird. Alternativ stellt man auf die Grube ein großes Schildkrötenhaus aus Holz mit integrierter Deckelheizung.

Tipp: Bei Temperaturen zwischen 2°C und 6°C die Heizmatten am Anfang noch nicht einschalten. Die erste Kälte animiert die Schildkröten instinktiv dazu, sich tiefer zu vergraben. Genau das ist gewünscht. Wenn sich der erste Frost ankündigt, ist dann der richtige Zeitpunkt, die Heizmatten einzuschalten.